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Was unternehmen Social-Media-Plattformen gegen Corona-Falschinformationen?


Das soziale Netzwerk zeigt auf einer “Covid-19”-Übersichtsseite geprüfte Informationen aus glaubwürdigen Quellen an und prüft außerdem Posts. Dabei arbeitet das Unternehmen zum einen mit Gesundheitsbehörden und Experten zusammen. “Infolge dessen haben wir bereits Hunderttausende von Fehlinformationen im Zusammenhang mit Covid-19 entfernt, die gesundheitliche Schäden hätten verursachen können. Darunter fallen etwa gesundheitsgefährdende Behauptungen wie ‘der Konsum von Bleichmitteln heilt das Virus’, und Theorien wie die, dass eine physische Distanzierung die Ausbreitung der Krankheit nicht verhindern könne”, teilt eine Sprecherin dem MDR mit.

“Bei Inhalten, die keine direkten Gefahren für das körperliche Wohlergehen darstellen, wie zum Beispiel Verschwörungstheorien über den Ursprung des Virus, arbeiten wir weiterhin mit unabhängigen, externen Faktenprüfern zusammen – mittlerweile sind das mehr als 60 Organisationen, die Inhalte in mehr als 50 Sprachen auf der ganzen Welt überprüfen”, erklärt die Sprecherin weiter. Zweifelten diese Prüfer einen Beitrag an, markierten ihn als falsch, dann “verringern wir dessen Verbreitung und zeigen Warnhinweise sowie weiterführende Informationen an. Allein im März haben wir Warnungen zu rund 40 Millionen Beiträgen auf Facebook angezeigt, die auf etwa 4.000 Bewertungen unserer unabhängigen Faktenprüfer basieren”. In etwa 95 Prozent der Fälle hätten die Nutzer dann auf den Inhalt verzichtet.  

Facebook arbeitet aber auch mit dem Recherche-Netzwerk Correctiv und mit der Nachrichtenagentur dpa zusammen. Die Journalisten überprüfen von vielen Nutzern geteilte und möglicherweise fragwürdige Inhalte auf Facebook. Nachgewiesene Falschbehauptungen werden gekennzeichnet und herabgestuft. Gleichzeitig kontrolliert ein Algorithmus, ob andere Beiträge mit den geprüften Inhalten übereinstimmen und kennzeichnet auch diese. Dieses Zusammenspiel aus “Mensch und Maschine” funktioniere vor allem bei schnell und weitverbreiteten Fake News gut, sagt Pascal Jürgens, Wissenschaftler und Social Media-Experte an der Universität Mainz. In einer aktuellen Studie kritisieren Netzaktivisten der international tätigen Bewegung AVAAZ allerdings: Facebook stelle falsche Behauptungen oft erst sehr spät richtig. Das habe eine Stichprobe von mehr als 100 Fehlinformationen zum Coronavirus ergeben. Im Extremfall dauerte es bis zu 22 Tage, bis Facebook eine Warnung anzeige.

“Das ist zu lang. Denn die große Verbreitung von Informationen in einem Land passiert innerhalb von ein bis zwei Tagen”, sagt Experte Jürgens. Er würde sich zudem wünschen, dass Facebook seine Nutzer direkter als bisher auf Falschbehauptungen hinweist. Bisher funktioniert das vereinfacht gesagt so: Hat ein Nutzer einen Beitrag angesehen und der wird von den Faktencheckern Tage später als Falschbehauptung identifiziert, bekommt der Nutzer dann einen entsprechenden Hinweis in seinem Newsfeed angezeigt. “Dann erinnern sich die Nutzer eventuell gar nicht mehr”, sagt Pascal Jürgens.



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