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Corona auf Social Media: Das posten unsere heimischen Politiker: Volkmar Klein beschäftigt sich mit dem Borkenkäfer


Unterschiedlicher könnte der Umgang mit der Pandemie wohl kaum sein. Während Corona für manche Abgeordneten des Kreises Siegen-Wittgenstein nur ein Nebenschauplatz der eigentlichen Politik ist, stecken andere viel Energie in die Aufklärung der Bürger. Ja, das Leben besteht nicht nur aus Covid-19, und das ist auch gut so. Aber bei einem neuartigen Virus, das die ganze Welt beschäftigt und jeden einzelnen im Alltag betrifft, stellt sich doch die Frage, inwieweit es nicht Aufgabe der – gewählten – Abgeordneten wäre, sich damit zu befassen und die Sorgen der Menschen ernst zu nehmen.

Schon Ende Januar postet MdB Volkmar Klein (CDU) auf Facebook einen Beitrag des Bundesgesundheitsministeriums. Damals ist der Fokus noch auf Asien gerichtet, also geht das Leben wie gehabt weiter: Müll im Wald, Orkantief Sabine, neue Gemälde im Büro und das Klimapaket beschäftigen den Burbacher. Mitte März dann ist von einer „aktuellen Bedrohung unserer Gesellschaft“ die Rede – die sich zwei Tage später offenbar schon wieder erledigt hat. Dann nämlich ist Covid-19 nur noch eine Herausforderung von vielen: „Neben Corona bleibt auch der Borkenkäfer weiter ein Problem“, schreibt Volkmar Klein zu dem Foto, auf dem er im Wald vor einem großen Holzstapel steht.

Kollegin Sylvia Gabelmann (Die Linke) bleibt bei dem Thema sachlich. Neben dem Hinweis auf die mögliche Überfüllung von Krankenhäusern verweist sie auf ihre eigenen, abgesagten Veranstaltungen. Aber besser sachlich als stumm.

Denn gar nicht äußert sich MdL Johannes Remmel auf Facebook; seit Anfang März schon ist es dort um den Grünen-Politiker ruhig geworden. Von Corona ist folglich (fast) nichts zu lesen, abgesehen von einem Beitrag Mitte Februar, in dem in einem Nebensatz erwähnt wird, dass das Verbindungsbüro in Sichuan (China) nach der Situation rund um das Virus gefragt worden sei. Ob es wohl auch eine Antwort gab?

Auf der Seite, die Jens Kamieth (CDU) als Mitglied des Landtags nutzt, thematisiert er Covid-19 (bis Dienstagabend) gar nicht. Der letzte Beitrag handelt am 12. März von einem Bericht seiner Praktikantin, die dem geneigten Leser „schöne Ecken im Landtag NRW“ vorstellt. Ansonsten werden der „Tag des Artenschutzes“ oder der „Internationale Energiespartag“ gefeiert. Auf seinem „privaten“ Account geht er spät (15. März), aber immerhin auf das Virus ein: Er überlässt das Wort einem Experten und postet einen Artikel über den Virologen Christian Drosten.

Anke Fuchs-Dreisbach, ebenfalls für die CDU im Landtag, bewertet die Entscheidung der Veranstaltungsabsagen und Schulschließungen am 13. März als richtig. Heißt nicht, dass man nicht doch irgendwie aktiv werden kann: Am Montag zeigt sie sich „zufrieden“ beim Werkeln an Dorfbänken, Bauen einer Hochsitzleiter und Verteilen von Ostereiern. „Tag sinnvoll genutzt“, findet sie; Platz für Corona bleibt bei dem straffen Zeitplan natürlich nicht.

Regelmäßig befasst sich Peter Liese (CDU), Mitglied des Europäischen Parlaments, mit dem Virus. Ab 3. März verfolgt der studierte Mediziner die Entwicklung und teilt seine Gedanken mit seinen „Freunden“ auf Facebook. Er ist traurig darüber, dass die Fußballpartie Köln gegen Gladbach als erstes Geisterspiel der Bundesligageschichte ausgetragen wird, und gibt eine umfangreiche Stellungnahme ab: „Wenn wir jetzt das Richtige tun, können wir Tausende von Toten durch den Coronavirus verhindern.“ Seine Empfehlung am 14. März: alleine oder in „sehr kleinen Gruppen“ raus gehen; das sei nicht nur erlaubt, sondern gut für die Gesundheit.

Ganz anders MdEP Birgit Sippel (SPD). Eine Serverumstellung, Vorbereitungen der NRW-Jusos für die Kommunalwahl und eine neue Telefonnummer sind bis Sonntag wichtiger als die Auseinandersetzung mit Corona. Am Montag dann postet sie Fotos, die sie und ihre Kollegen gut gelaunt im Homeoffice zeigen. „Ungewohnte Situationen erfordern neue Wege!“, schreibt sie; erwähnt das Virus selbst aber noch immer mit keinem Wort. Weglächeln ist sicher eine mögliche Taktik, mit schwierigen Zeiten umzugehen – verschwinden wird Covid-19 so allerdings auch nicht.



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