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Coiffeure bieten Anleitungen via Social Media an – und warnen vor Behandlungen hinter verschlossenen Türen – Kanton (Aargau) – Aargau


Jasmin Frutschy, Inhaberin des Coiffeursalons PurPur Hair in Wettingen, bietet ihren Kunden etwa via Social Media Abhilfe. Auf Instagram schreibt sie: «Falls ihr Tipps und Tricks braucht in dieser Übergangszeit betreffend Styling oder kleinen Notfallcuts, schreibt mir, ich bin gerne für euch da.» Die 27-Jährige bestätigt: «Wenn es erwünscht ist, mache ich für meine Kunden auch Videos mit Anleitungen.» Trotz allem rät sie zur Geduld. Gerade Farbexperimente seien für Laien heikel: «Ich appelliere daran, dass meine Kunden durchhalten. Ich empfehle ihnen, dass sie höchstens einen Abdeckspray kaufen und damit den nachwachsenden Ansatz covern.» Schliesslich seien Haaransätze nicht das Schlimmste im Moment. Auch sie hat Anfragen erhalten, ob sie Hausbesuche machen könne. Das lehnt sie strikt ab: «Ich habe meinen Kunden ein E-Mail geschrieben mit der Bitte, sie sollen dies unterlassen.» Damit sei weder ihr geholfen, aber noch wichtiger: «Das ist nicht Sinn der Sache. So kann man den Virus nicht eindämmen.»

Geduld und Zuversicht, auch zum Wohl der Branche

Ähnliche Worte findet auch Tommaso Bruno, CEO von Dobi Professional. Die Firma mit Sitz in Suhr ist der grösste Beauty-­Fachhandel der Schweiz. In der Schweiz gibt es laut Bruno über 25’000 Coiffeursalons, Nail- sowie Kosmetikstudios und Fusspflegepraxen. Der Kundenstamm der Firma, die ihre Produkte und Geräte nur an zertifizierte Beauty-Professionelle verkauft, ist daher riesig.

Seit dem Shutdown sind alle vier Filialen von Dobi schweizweit geschlossen: «Unsere Kunden mussten ihren Betrieb umgehend einstellen und so fällt unsere Geschäftsgrundlage weitestgehend weg», sagt Bruno. «Wir mussten die Kapazität um 70 Prozent herunterfahren und hoffen wie unsere Kunden, dass es am 20. April weitergeht.»

Der Onlineshop läuft auch während des Ausnahmezustands weiter. Wer eine Kundenkarte besitzt, kann für den Eigenbedarf weiterhin bestellen. Doch so hart es die Branche jetzt trifft, auch Bruno sagt, es sei wünschenswert, dass Branchenvertreter darauf verzichten, hinter verschlossenen Türen Anwendungen anzubieten: «Ich denke, es wäre gefährlich, einen solchen Spalt zu öffnen. Sonst riskieren wir, dass diese Ausnahmesituation noch länger dauert.» Es sei unbedingt zu hoffen, dass es nach dieser Zeit bald wieder aufwärtsgeht: «Wenn jemand kurz vor dem Shutdown zum Beispiel den Coiffeurtermin verpasst hat, kann man davon ausgehen, dass die Auftragsbücher nach dieser Zeit voll sein werden», sagt er zuversichtlich. «Im Kern ist unsere Branche krisenresistent, der Mensch will sich in jeder ­Situation schön fühlen. Dazu gehört auch das Aussehen.»

Dobi bleibt mit seinen Kunden in Kontakt: «Wir werden uns von Zeit zu Zeit bei ihnen melden und geben ihnen die Empfehlungen der Verbände weiter. Etwa, an wen sie sich wenden können und wo sie Unterstützung bekommen. Auch wollen wir mit interessanten Tipps und Informationen dazu beitragen, die Lebensqualität in dieser herausfordernden Zeit hochzuhalten.»



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